In den letzten Jahren scheint mir das "Lockerstricken" richtig in Mode gekommen zu sein. Damit meine ich nicht (oder nicht nur) die Tatsache, dass Nadelstärken und Maschenproben von einigen Herstellern oft in einem Bereich angegeben werden, der vor zwanzig Jahren als utopisch oder lächerlich bezeichnet worden wäre. Dies ist ein anderes Thema.
Viel mehr geht es um andere Dinge: Einige Garne, insbesondere sog. Designer-Garne, sind bei genauer Betrachtung nur für Lockerstricker wirklich geeignet – nicht nur Feststricker, sondern auch Normalstricker haben einfach keine Chance, damit umzugehen; viele (immer mehr?) Modelle sind ebenfalls nur für Lockerstricker umsetzbar und gewollt lasch; fertiges Gestrick hängt durchscheinend an Schaufensterpuppen. Viele Strickerinnen, schaut man in Blogs nach ihren Werken, scheinen das Lockerstricken zu begrüßen und gern einzusetzen.
Mich würde interessieren, was am Lockerstricken und am lockeren Gestrick für sie so reizvoll ist. Ist es das Materialersparnis? Gefällt den Lockerstrickern das lichtdurchlässige, im Maschenbild oft weniger regelmäßige Ergebnis etwa wirklich? Und warum?
Was ist dran, am Lockerstricken?
Vielen Dank an Martine für die heutige Frage!
Zum ersten Teil der langen Frage, der ja die Frage noch nicht beinhaltet: Brigitte, Heft 19, 1977. Da kam das Stricken erst so richtig über mich. Leider habe ich die Fotos nicht mehr, aber die Anleitungen!

Hauchdünnes Mohairgarn und 7er Nadeln. Der Pulli war Orange und Pink gestreift - einfach geil! (So sehr, dass ich begeistert ins Heft reingeschmiert habe :-) - ich konnte mir allerdings nur billiges Plüschgarn leisten und das in Flieder und Natur - popelig). Jedenfalls ist das wohl nicht nur in diesem Jahr ein Trend, gell?
Zur Frage: Der Zwiebel-Look ist des Rätsels Lösung. Mehrere Schichten übereinander und schon ist was Löcheriges mega-schick. Das erfordert morgens beim Anziehen allerdings größere strategische Planungen: Was farblich Passendes zum Drunterziehen muss her.
Hier handelt es sich um rein modische Aspekte, die man wohl zu Recht von zweckmäßigen, wärmenden Kleidungsstücken abgrenzen sollte. :)
bestelle 7 Knäuel!!!
Was für ein Irrsinn ist das denn? Heul!
Gemerkt habe ich das dann erst, als ich das erste Knäuel verstrickt hatte und dachte, da seien doch eher 500 Gramm nötig...

Etwas Nachschub - die vom Finkhof haben jetzt auch ein paar coolere Farben. Das dient nur meiner Beruhigung, nicht dass ich mir einbilde, das ich keine Wolle mehr habe. Jetzt habe ich wieder Wolle.

Frisch aufgeschnitten und gleich mal eine Anprobe. Ich nähe ja nach wie vor die Kanten der Steeks mit der Nähmaschine ab, weil ich nicht daran glaube, dass eine Reihe Kettmaschen verhindern kann, dass die Fadenenden hineinrutschen und sich alles auflöst. Beim vorderen Halsausschnitt habe ich mich leicht verrechnet, der ist schmaler als geplant.

Er passt aber schon für einen winterlichen Pulli. Beim hinteren Halsausschnitt habe ich am Ende sechs Reihen hin und zurück gestrickt (siehe die Fadenenden). Das kann man schon aushalten, obwohl dieses Muster auf der Rückseite wirklich unübersichtlich ist. Neben einigen weihnachtlichen Sachen stricke ich jetzt die Ärmel.
Ach! Ich habe vergessen zu erwähnen, dass ich den unteren Anschlag provisorisch (Luftmaschenkette) gemacht habe, weil ich für die Rippen eine andere Farbfolge plane (ganz wie die Meisterin, Frau Lavold), aber welche, das weiß ich noch nicht...
Bei der Wollproduktion ist es nicht anders als bei der restlichen Textilherstellung: Immer mehr Hersteller lassen nicht länger im eigenen Land, sondern billig im Ausland produzieren. Dabei werden die Wollpreise jedoch höchstens nach oben korrigiert.
Wie wichtig ist Euch die Herkunft bzw. das Herstellungsland Eurer Wolle? Welchen Zusammenhang seht Ihr zwischen Herstellungsland und Wollqualität?
Vielen Dank an Maria für die heutige Frage!
Ich schau schon drauf - auch wenn man bei Garn aus Online-Bestellungen erst bei Lieferung die Banderole genau unter die Lupe nehmen kann.
Ich freue mich immer, wenn das Garn in Europa hergestellt wurde. Und ja, dann bilde ich mir ein, dass das Garn schöner ist, als wenn es aus China kommt.
Im Finkhof-Katalog habe ich neulich gelesen, dass die Chinesen Lammfell (allgemein Naturprodukte) für sich entdeckt haben (und daher die Preise steigen), das gilt auch für Garne. Es kommt nicht mehr nur Acryl von dort. Aber vieles ist arbeitssparend als Dochtgarn (mit Pilling-Gefahr) versponnen. Man merkt es wirklich... glaube ich.












