

In Lissabon gibt es eine Dosen-Boutique. Die Dosen werden dort nackt angeliefert und von Hand in Papier eingeschlagen (natürlich ist Fisch drin...).

Wie man sieht, ist die Auswahl enorm.

Nett verpackt kommen die Waren zuhause an.

In Lissabon wurden wir alle fünf Minuten von einem Haschisch-Dealer angesprochen ("Stuff, man, dope, coca, stuff, man"), insgesamt - ich schwöre - neun Mal! Krass! Der Anblick der zwei Polizisten auf Segways war eher belustigend.

In einer Straße waren dann nur Stoff- und Kurzwarenläden.

Abgesehen davon, dass gerade Siesta war, hat mich nirgendwo was gelockt. Aber schöner Laden..

Auch schön. Nächste Straße.

In Lissabon fand gerade ein Fest auf der großen Avenida statt. Ein Mega-Picknick mit vielen Tier-Pferchen und Pflanzen vom Lande für die armen Großstädter. Man beachte die Kopfhaltung der Schafe - das habe ich später auch noch in den Bergen gesehen. Die Köpfe werden im Schatten gehalten und die Tiere stehen regungslos.

Für mich gab es auch was. Bin halt ein Schweine-Fan. Ferkel. Ziegen. Stiere. Kühe. Allerlei Geflügel. Und dazu abends ein Pop-Konzert von einer Art portugiesischem Wolfgang Petri, der Schmalziges von sich gab, war wohl Tony Carreira. Lauter Frauen in meinem Alter sind ausgeflippt (kicherkicher).

Ein paar hundert Meter weiter sind wir dann in die Gay Pride Parade 2011 geraten. Da war die Musik, gelinde gesagt, besser. War echt was los in Lissabon... uff.

Die Fahrt zurück führte uns durch die Extremadura von Spanien. Da musste ich - weil ich das von früher kannte - die Störche von Plasencia besuchen. Man kann sich das hier kaum vorstellen. Alles voller Storchnester. Jede Kirche. Jeder geeignete Baum. Damals sogar auf Autobahn-Verkehrsleitsystemen.

Schaf? Nein, das soll ein Drache sein. Unser Weg führte uns über Avila, Segovia und Burgos.

...wo die Schafe schweben.

...bis nach Pamplona, wo der Mensch weiß, wie lange noch "Rot" ist. Im Hintergrund die Absperrungen für das in Kürze stattfindende gruselige Stier-durch-die Stadt-hetz-Spektakel.
(Fortsetzung folgt)

Direkt am ersten Tag sind wir in ein Sardinenfest gestolpert. Es gab über Holzkohle gebratene Fische - quasi Steckerlfisch - wie zuhause im Biergarten. Viele ältere Portugiesen sprachen etwas Deutsch. Gastarbeiter der ersten Welle, Ende der Sechziger Jahre, die bei uns im Ruhrgebiet in irgendwelchen Fabriken malocht haben...

Ein Auflauf am Wasser?
Ich bin immer sehr an Nahrungsmittelproduktion interessiert, daher diese Sardinengeschichte.

Wow! Zu diesem Zeitpunkt haben wir noch nicht geahnt, dass sich dieses Schauspiel mindestens zweimal am Tag abspielt.

Diese Nussschalen gehen auch bei starkem Wellengang aufs Meer hinaus und legen eine große Netzschlaufe, die später von Traktorwinden wieder eingeholt wird.

Viele Leute sind notwendig, um Seile und Netze aufzuwickeln und zu pflegen.

Die Netze sind echt filiert - auch Ausbesserungsarbeiten werden mit der Filetnadel gemacht - naja, auch mal einfach mit Überwendlingsstichen geflochten. Ich wüsste gerne, wer von den Leuten das noch richtig konnte - meine Sprachkenntnisse waren aber nicht ausreichend.

Hier sieht man, wie zwei Traktoren mit Winden das Netz einholen.

Gleich ist es soweit.

Das Foto zeigt nicht, wie krass die armen Fische zappeln, daher musste ich das auch filmen:
Nun, jedenfalls fand ich die kurzen Wege zum Zwischenhändler und Endverbraucher hier sehr faszinierend. Es kam regelmäßig ein Kühllaster vom Supermarkt und der Fischmarkt war direkt oben am Strand, wo die Einheimischen und die vor allem die Restaurantbesitzer die Ware direkt gekauft haben.

Arme Fische. Stimmt! Das hat mich aber nicht davon abgehalten, abends schon wieder reinzubeißen. Habe ich schon erwähnt, dass die gar nicht ausgenommen werden? Ich musste immer sorgfältig um den Organsack herum essen. Fischinnereien sind nicht meine Baustelle.
(Fortsetzung folgt - Schafsfotos wird es auch noch geben)

Ich bin wieder da, von einer langen Reise Richtung Südwesten bis Portugal. Da gab es viel Kunst und Kultur, doch davon möchte ich gar nicht erzählen, so was kann man auf Postkarten auch sehen. Der Weg führte über Le Puy (hier am Rückweg eine Flasche Verveine (Schnaps aus Eisenkraut) erstanden).

Die nächste Etappe war ein Bergdorf in den Pyrenäen, noch auf der französischen Seite. Da musste man abends aufpassen, dass man nicht überrannt wurde.

Kornblumen!?

Weiter ging es nach Spanien und hier dann Station in Bilbao. Das Guggenheim-Museum liegt gleich bei der Autobahnausfahrt, da kann man sich gar nicht verirren. Also gut, ein bisschen Kunst.

Jeff Koons. Dieses Kunstwerk muss gegossen werden. Und immer wieder - hab vergessen, wie oft - werden neue Blümchen in das Hundchen eingetopft.

Richard Serra hat einen ganzen Trakt mit seinen Eisenskulpturen gestaltet. So was...
Jedenfalls hat sich das echt gelohnt.

Den da habe ich immer wieder mal kurz in allen drei Sprachen angehört. Ganz interessant. Einmal hatten wir auch eine Glotze, die Untertitel für Hörgeschädigte anbot, das ging dann besser. Naja...

Ganz schön abgelutscht.Oder abgebissen?

Und in Spanien sind die Kühe halt eher kleinwüchsig.

Ein paar kühlere Tage (quengel). Hab ja gehört, dass hier das Wetter eher durchwachsen war. Später wurde es so heiß - da staunte selbst der Südländer.

Nebenbei: Ich habe sehr unter schlechten Matratzen gelitten. Da merkt man, dass man älter wird. Letzte Nacht zuhause im eigenen Bett war ein Traum! 5-Punkte-Federung, Nackenstützkissen. Ich bin eine Oma!

In Nordspanien war das. Eher wildromantisch und weniger touristisch. Man musste schon aufmerksam nach geeigneten Campingplätzen suchen - für uns nur mit Bungalow. Wir hatten zwar Zelt und Schlafsäcke mit, aber das war nur für den totalen Notfall, der glücklicherweise nicht eintrat.

Klettergeräte für den Kindskopf.

Nach drei Tagen ging es weiter. Ich wollte unbedingt die Kirche in Santiago de Compostela sehen. So ein Glück, es ging gerade eine Messe zu Ende (im dortigen Dialekt, der schon ziemlich portugiesisch klingt) und dann kam die Show mit dem pendelnden Weihrauchbehältnis.

Alles zog die Knipsboxen raus. Dieser Brauch soll daher rühren, dass die Pilger immer so stanken, nachdem sie hunderte von Kilometern hierher gelaufen waren. Der Rauch sollte den Gestank übertönen. Als wir da waren, hatten wir eher den Eindruck, die haben am Weihrauch gespart. aber auch wieder kein Wunder, wo doch alle Viertelstunde eine Messe stattfindet...
Portugal war anfangs ernüchternd. Wir sind über den Norden eingereist. Es gab keinerlei Hotels oder Pensionen dort (am Meer!) und die Campingplätze waren immer zu weit vom Wasser weg und hatten keine Hütten - ansonsten ein wenig wie Gefangenenlager organisiert ("campismo"). Die Fahrt durch einen größeren Touristenort war noch abschreckender. Dort gab es Zwangsbeschallung aus jeder einzelnen Straßenlaterne der Promenade. Das musste ich filmen:
Nichts wie weg!!! Porto hat uns gefallen (wir sind halt doch Städter).

Dort kamen wir in einem "Residencial" unter. Billig und sauber und zentral gelegen.

Das war mal das Imperial (kicher - und was ist draus geworden?):


Da sind wir doch lieber in das nette Stadtteil-Restaurant gegangen (Abendmenü 10 Euro).

Einen Tag später dann endlich ein Ort mit - wenigstens - einem Hotel (es waren zwei). Strand, Sonne und Planschen im wild wogenden Atlantik...

(Fortsetzung folgt)


Eigentlich wollte ich nur zwei Knäuel zum weiteren Topflappen-Umhäkeln. Doch irgendwie beruhigt es mich, etwas Baumwolle im Haus zu haben - für eventuelle kleine Strickjäckchen-Gelüste im Sommer. Für den Urlaub habe ich mir allerdings Tücher vorgenommen. Als erstes die Sampler-Stole aus roter Seide, das war diese hier:













